• Riki

7 Lektionen, die ich als Digitaler Nomade gelernt habe

Vielleicht hast du auch schon einmal davon geträumt, mit den Füßen im Sand und einem Mocktail neben deinem Laptop Geld zu verdienen. Ein:e Digitale:r Nomad:in zu sein, heißt aber nicht nur die Welt zu bereisen und dabei in Postkarten-Destinationen zu arbeiten. Remote Work kann auch von der Komfortzone deines Hauses betrieben werden. Wenn du dein Geld im Internet verdienst, kannst wahrscheinlich auch du dich mit dem Titel ✨Digitaler Nomade ✨ küren.


Was ist ein Digitaler Nomade?

Das große Schlüsselwort ist “Ortsunabhängigkeit”. Digitale Nomaden, oder auch Büronomaden genannt, können ihre Arbeit von überall, oft auch multilokal, durchführen. Sie, die Unternehmer:innen, Freelancer:innen und Entwickler:innen sein können, definieren die neue digitale Arbeitswelt mit. Sie schaffen sich eine neue Art der Arbeitsweise, die durch mehr Selbstbestimmung und Freiheit geprägt ist.

Gezwungenermaßen haben sich seit der Corona Pandemie viele in Remote Work begeben. Durch manchmal überraschende Leichtigkeit der Umsetzung haben sich zudem einige Unternehmen dazu ausgesprochen, auch nach der Pandemie weiter Remote Work anzubieten. Reisen ist jedoch kein Muss. Auch jemand, der jeden Tag von Zuhause arbeitet, kann ein Digital-Nomade sein. Wichtig ist nur, dass er ortsunabhängig ist.


Meine Erfahrung als Digitaler Nomade

Wie unhöflich, ich hab mich noch gar nicht vorgestellt.

Hallo ich bin Riki und ich bin eine Digitale Nomadin. ✌🏻

Bereits nach dem Abitur habe ich meine ersten Erfahrungen mit diesem Arbeitsstil gesammelt. Durch Disziplin und harte Arbeit hatte ich Geld für eine Weltreise gespart. Ungefähr auf der Hälfte, irgendwo in Australien, war mir das Geld ausgegangen und eine Idee musste her. Mit Blogeinträgen und einfachen digitalen Designs habe ich mir etwas dazu verdient und ich war in der Lage, meine Weltreise fortzusetzen. Und es ist wahr, ich habe die typischen Instagram Posts mit Computer am Strand ausgelebt.


Outdoor Desk



Seit März 2020 wurde dieses Bild jedoch für die meisten mit dem eines chaotischen Schreibtisches und den “Work from Home Mullet” (siehe Bild unten) ausgetauscht.

In einem Punkt - und ich schäme mich fast, es zu sagen - hat mir aber die Corona-Krise das Leben erleichtert. Seit nun 2 Semestern kann ich mein Studium, welches normalerweise in den Niederlanden stattfindet, von überall auf der Welt durchführen. Mein “Entdecker-Gen” lässt mich sonst im Laufe des Semesters kaum ruhen. Einige Wochen nach Semesterstart sitze ich an meinem Moodboard, um den nächsten Ausflug zu planen. Nun hatte ich jedoch durch die örtliche Flexibilität die Möglichkeit, aus der Stadt der Liebe, an Vorlesungen teilzunehmen. Mit einem negativen Test und ein paar guten Kontakten konnte ich trotz allem in einem “WeWork” Coworking Space arbeiten, die tolle Architektur genießen und wenigstens von weitem anderen Menschen zuwinken. Für mich, die sich mit Novitäten und relativ viel sozialen Kontakten am wohlsten fühlt, war die Option der Ortsunabhängigkeit etwas, das mir die letzte Zeit wesentlich vereinfacht hat.



Work from home mullet


7 Tipps für Digitale Nomaden

Jedoch ist auch das Leben des Digitalen Nomaden, das sich sonst so verlockend anhört, nicht immer nur Blumenwiese. Durch die Ungebundenheit kann es beispielsweise schwer fallen, enge Freundschaften zu schließen. Für eine Weile geht es gut, aber mit jedem Umzug fällt es schwerer, die Zelte wieder abzubauen. Man versucht sich daran zu gewöhnen, wenig Besitz zu haben und sich auch anderweitig nicht festzunageln, um den sowieso schon emotionalen Abschied etwas zu erleichtern. Nach langjähriger Erfahrung und vielen Höhen und Tiefen habe ich hier also einige Tipps für die, die remote arbeiten zusammengestellt.


1. Coworking Spaces

Wie schon zuvor erwähnt habe ich sehr gute Erfahrungen mit Coworking Spaces gemacht. Sie bieten eine Location für den Austausch von Gleichgesinnten. Sie sind oftmals ein visuelles Erlebnis, gut gelegen und ausgestattet mit Tees und Kaffee. In dem WeWork, in dem ich gearbeitet habe, bieten sie (wenn Corona Regeln es zulassen) auch Workshops und andere Events an. Für mich war es genau das, was ich brauchte. Allein aus meiner Wohnung in eine andere Umgebung zu treten, hat mir geholfen, mit Ausgeglichenheit den Arbeitstag zu bestreiten.



WeWork Paris


2. Körperliche Betätigung

Wir kennen es alle zu gut. Man rollt sich von dem Bett zum Schreibtisch und wieder zurück. Am Ende des Tages fragt man sich dann, was genau man gemacht hat und ob Tippen auch Kalorien verbrennt. Es ist für den Menschen sehr unnatürlich, lange Zeit in der selben Position zu verwahren und die gleichen Bewegungen durchzuführen. “Wer rastet, der rostet”, wie man so schön sagt. Sport hilft nicht nur dabei, physisch fit zu bleiben, sondern sorgt zudem dafür, dass der Körper und Geist wieder in Einklang kommen.


3. Pausen machen

Vor allem wenn man von Zuhause arbeitet, vergisst man oft, sich gezielt Pausen einzuteilen. Die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit wird zu einer verschwommenen Masse und man wundert sich, dass man sich am Ende des Tages so ausgelaugt fühlt. Zunächst ist es vielleicht komisch, sich Termine für Freizeit fest einzuplanen, jedoch ist das in einer digital stark vernetzten Zeit wie unserer absolut notwendig. Freizeit fällt einem nicht zu, man muss sie schaffen.


4. VPN besorgen

Um sich sicher und flexibel im Internet bewegen zu können, empfehle ich eine VPN-Subscription abzuschließen, wie zum Beispiel bei NordVPN. So braucht man sich beim Nutzen von öffentlichen WLAN Netzwerken keine Sorgen machen und kann zudem Online-Einschränkungen und Zensuren umgehen.


5. Telefon-Austausch

Egal wie sicher du in deinem Aufgabenbereich bist und wie autonom du arbeiten kannst, ist es wichtig, mit dem Team in Kontakt zu bleiben. Bei matched.io beispielsweise pflegen wir religiös unser Morning-Call Ritual. Es ist wichtig zu wissen, was persönlich bei den einzelnen Personen aktuell los ist, um die Gruppendynamik zu pflegen und die Arbeitsqualität sicherzustellen.


6. Lass dich inspirieren

Der riesen Vorteil davon, an anderen Orten zu arbeiten, sind vor allem die unterschiedlichen Eindrücke sowie die neuen Erfahrungen, die man sammeln kann. Von dem Graffiti an den Hauswänden bis zu der Lebenskultur der Einheimischen, es gibt so viele Möglichkeiten, Inspiration zu sammeln. Diese Eindrücke können sich dann in verschiedenster Weise auf die Arbeit abfärben. Fühlst du dich frei und unbeschwert in deiner neuen Umgebung, so werden diese Emotionen auch in die Arbeitszeit übergehen.


7. Standing Desk

Falls du die finanziellen und räumlichen Möglichkeiten hast, ist ein Standing Desk eine der besten Investitionen, die du für dich und deinen Körper machen kannst. Wie schon bereits erwähnt wirkt sich körperliche Bewegung und Flexibilität auch positiv auf den Geist aus. Ein Standing Desk vereinfacht es, bei einem guten Song einmal kurz in eine Tanzpause auszubrechen. Weitere Vorteile findest in diesem Blogpost von Gina Trapani.


Mit Remote Work öffnet sich uns nun eine komplett neue Welt, in der die Möglichkeiten unendlich scheinen. Als Digitaler Nomade hat man viele Freiheiten und Flexibilitäten, die vor 10 Jahren die wenigsten genießen konnten. Sie sind diejenigen, die als Vorreiter die neue Arbeitswelt mit definieren. Remote zu arbeiten ist nicht immer einfach, manchmal ist es sogar richtig frustrierend. Wenn der nötige Hausputz ablenkt und in die eigentliche Mittagspause gelegt wird oder wenn man realisiert, dass die Sitzbank im selbstgebauten Van doch nicht so ergonomisch ist wie gedacht. Für mich persönlich überwiegen jedoch die Vorteile und die vorhandenen Nachteile können größtenteils mit den erwähnten Tipps ausgebügelt werden. Jedoch muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Das Wichtigste ist, sich selbst gut kennenzulernen, um seine Wünsche zu identifizieren und seinen Arbeitstag diesbezüglich anzupassen.